Institut für Photonik News
Kick-off zum Projekt "DentoScope"

Kick-off zum Projekt "DentoScope"

Validierung von faserbasierten Endoskopen in Zahnwurzelkanälen

In Deutschland erfordert etwa jede zweite Wurzelkanalbehandlung (Endodontie) innerhalb von drei Jahren nach der Erstbehandlung zusätzliche Maßnahmen. Ein wesentlicher Grund ist, dass Zahnärztinnen und Zahnärzte bislang über kein Instrument verfügen, mit dem sich das Innere der engen, geometrisch komplexen Wurzelkanäle zuverlässig bildgebend erfassen lässt. Um diese Lücke zu schließen, arbeiten wir mit unseren langjährigen Partnern an der Technischen Universität Dresden um Dr. Robert Kuschmierz (Forschungsgruppe Prof. Murawski) sowie mit dem Team um Prof. Hannig am Universitätsklinikum Dresden zusammen. Im vom BMBF geförderten Projekt DentoScope (FKZ 03VP12722 ), das am 30. Januar 2026 gestartet ist, werden wir in den nächsten drei Jahren gemeinsam Lösungen erarbeiten.

Insbesondere werden wir faserbasierte Endoskope als flexibles und zugleich minimalinvasives Bildgebungsinstrument für die Endodontie validieren. Der zugrunde liegende technologische Ansatz – verdrillte, aperiodische Multikernfasern mit nanogeprägten Phasenmasken auf den Faseroberflächen – wurde in den vergangenen Jahren von uns gemeinsam mit dem Team um Dr. Robert Kuschmierz entwickelt und in einer gemeinsamen Veröffentlichung beschrieben. Im neuen Projekt adressieren wir vor allem technologische und wirtschaftliche Fragen der Faserherstellung, etwa Reproduzierbarkeit und Biokompatibilität. Parallel dazu werde die Kolleginnen und Kollegen in Dresden Validierungsstudien zu verschiedenen Bildgebungsverfahren in simulierten sowie realen Wurzelkanälen durchführen. Diese Ergebnisse bilden dann die Grundlage für den anschließenden Technologietransfer der von uns ursprünglich demonstrierten, auf Multikernfasern basierenden Endoskope.